Pressekonferenz und Demonstration

11ter November 2016

Sendlinger Tor, München

Freitag, 12 Uhr, Sendlinger Tor Platz, München: Pressekonferenz bezüglich der politischen und medialen Reaktionen auf den Protest von Refugee Struggle For Freedom, der Auflösung des Hungerstreiks, der Festnahmen sowie der Baumbesetzung.

Ein Aktivist beschreibt, wie er den Begriff des Widerstandes im  Kontext unseres Protestes sieht:

„Der Hungerstreik begann, denn wir versuchten uns zu verteidigen, als die Politiker_innen unserer Herkunftsländer sich nicht um unsere Leben kümmerten und als die Politiker_innen von Deutschland sich nicht für unsere Leben interessierten. So begannen wir vor den Augen der Gesellschaft zu leiden. Vor den Medien und den Politiker_innen. Das Ergebnis davon; alle konnten es sehen – kein Dialog, kein Respekt, keine Menschlichkeit, dafür aber eine Räumung. […] Ein sehr bekannter Spruch über Selbstverteidigung ist: Wenn dich wer ermorden will und du dich zur Wehr setzt, ist es kein Verbrechen sondern Selbstverteidigung. Was ist die Schlussfolgerung für uns daraus? Wir verteidigten unsere Leben, wir kämpften für unsere Sache, für Gerechtigkeit und wir fordern die grundlegenden Menschenrechte für uns."

Hier zwei Ausschnitte aus der Pressekonferenz:

 

Hier die Rede des zweiten Videos:

Letzte Woche wurde zum dritten Mal das Protestzelt von Non-Citizens von der bayerischer Regierung und Stadt München brutal geräumt, obwohl sie sich als Demokraten präsentieren. Die letzten Räumungen fanden im Jahr 2013 am Rindermarkt und 2014 am Sendlinger Tor statt. Diese staatliche Gewalt ist in unseren Augen zu verurteilen, weil unser Protest einen demokratischen und legitimen Charakter hat. Die Forderungen nach dem Stopp aller Abschiebungen und Bleiberecht sind natürliche Menschenrechte. In diesem Sinne hat die Stadt mit der gewaltigen Räumung erneut gezeigt, dass sie keinerlei Interesse an einem konstruktiven Dialog zur kollektiven Lösung der dringlichen Probleme hat.

All diese Bedingungen zeigen, dass die Wurzeln unseres gerechten Widerstands in der neoliberalen und imperialistischen Ordnung dieser Gesellschaft, die auf der Unterdrückung und der Ausbeutung basiert, liegen. Es scheint uns wichtig zu sein, in diesem Kontext Herbert Marcuse zu zitieren: „Ich glaube, dass es für unterdrückte und überwältigte Minderheiten ein ‚Naturrecht‘ auf Widerstand gibt, außergesetzliche Mittel anzuwenden, sobald die gesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben. Gesetz und Ordnung sind überall und immer Gesetz und Ordnung derjenigen, welche die etablierte Hierarchie schützen; es ist unsinnig, an die absolute Autorität dieses Gesetzes und dieser Ordnung denen gegenüber zu appellieren, die unter ihr leiden und gegen sie kämpfen - nicht für persönlichen Vorteil und aus persönlicher Rache, sondern weil sie Menschen sein wollen. Es gibt keinen anderen Richter über ihnen außer den eingesetzten Behörden, der Polizei und ihrem eigenen Gewissen. Wenn sie Gewalt anwenden, beginnen sie keine neue Kette von Gewalttaten, sondern zerbrechen die etablierte. Da man sie schlagen wird, kennen sie das Risiko, und wenn sie gewillt sind, es auf sich zu nehmen, hat kein Dritter […]das Recht, ihnen Enthaltung zu predigen.“

Der staatliche Rassismus spielt in die Hände des rechten Terrors. Durch mediale Hetze, Asylrechtsverschärfungen und Abschiebungen fühlen sich die rassistischen Terroristen darin ermutigt, die Geflüchteten und Migranten anzugreifen sowie Politiker vor allem wegsehen, wenn das Leben von Migranten und Geflüchteten auf dem Spiel steht. Ein aktuelles Beispiel ist der Brand in der Dachauerstraße, wodurch ein Mann mit seinen zwei Töchtern ums Leben kam. Währenddessen wurde in Neuperlach eine vier Meter hohe und 50 Meter lange Mauer gezogen, um ein Wohngebiet von der Geflüchtetenunterkunft zu trennen.  Diese Mauer bedeutet Apartheid im Herzen Europas! 

Der Versuch des Staates, unseren Widerstand mit Gewalt zu beenden oder uns einzuschüchtern, kann nicht erfolgreich sein.  Unsere Geschichte zeigt, dass bei jedem Versuch der gewaltigen Auflösung, wir mit weiteren Generationen auf den Straßen erscheinen werden. Wir werden nicht unseren legitimen Protest aufgeben!

Pk 11.11. Gruppenphoto 

Freitag 17:38 Uhr, Hauptbahnhof Nord, München: Demonstration. Am Freitag, den 04.11.2016 begann um 17:38 Uhr die Auflösung unseres Hungerstreiks für unsere Forderung nach Bleiberecht und somit nach Menschenrecht. Die Demonstration stand unter dem Motto „Erinnerung an die Auflösung des Hungerstreiks".

Vor der Dachauerstraße 24 verweilte der Demonstrationszug in einer Schweigeminute. In Gedenken an die drei Todesopfer des Brandes in dem Wohnheim für prekarisierte migrantische Arbeiter_innen.

 

Die Opfer dieses Asylsystems | Les victimes de ce système d’asile

6ter November 2016, München

Mit dem folgenden Statement (de, fr) sollte am 5ten November der trockene Hungerstreik verkündet werden, die Räumung des Protestcamps kam uns zuvor:

Ich möchte heute gern die Geschichte eines Jugendlichen aus dem Senegal teilen. Dieser Jugendliche, Märtyrer, unser Bruder, unser Genosse, mein Cousin durch Blutsverwandtschaft. Ich möchte diese Geschichte teilen, weil die Behörden mit dem Leben dieses Jungen spielten und immer noch mit unseren Leben spielen.

Nfally Biaye wurde auf gemeinste Weise, barbarisch mit mehreren Messerstichen ermordet. Nfally selbst hat die Polizei gerufen, um sein Leben vor den Händen eines Kriminellen zu schützen, jene Polizei, die eigentlich zur Aufgabe hat, die Sicherheit von Personen sicherzustellen. Aber anstatt ihre Aufgaben zu erfüllen, ließ die Polizei ihn sterben.

Wen kümmert das Leben eines Migranten, vor allem das eines Asylsuchenden?

Am 21. Februar 2016 um 0:35 wollte Nfally, laut Polizei, in seinem Zimmer im Lager in Dorfen schlafen gehen. In diesem Moment dachte er nicht, dass der Tod auf ihn wartet. Der Mörder wartete hinter seiner Tür auf ihn, um ihn seines Lebens zu berauben.

Nfally starb unter den Messerstichen seines Zimmergenossen. Aber die Polizei ermordete ihn, weil sie ihm hätte helfen können als er dies benötigte. Das Landratsamt in Dorfen ermordete Nfally, weil sie von der Vorgeschichte des Mörders wussten. Das Asylsystem hat Nfally getötet, weil Personen im gleichen Zimmer zusammenleben müssen, ohne dass den Diskriminierungen und Angriffen Rechnung getragen wird, die aus der Unterscheidung von Nationalität, Religion, Kultur und Sexualität hervorgehen. Man tut so als wolle man alles kontrollieren, aber schafft es nicht die individuelle Freiheit zu schützen.

Heute beginnen wir einen Durstreik, und weil Ihr die Blinden und Tauben spielt, könnt Ihr es gleich so machen wie Ihr es mit Nfally gemacht habt. So könnt Ihr uns töten, ohne dass Ihr es mit Euren eigenen Händen tut.

In Erinnerung an alle Kämpfer und Kämpferinnen die für Gerechtigkeit, Freiheit, und Menschlichkeit kämpften. In Erinnerung an Nfally.

*** français ***

Je voudrais partager aujourd’hui l’histoire de ce jeune sénégalais, cet adolescent, ce Martyr, notre frère, camarade, cousin à moi par les liens du sang. Je voudrais partager cette histoire parce que les autorités ont joué avec la vie de ce jeune et continuent de jouer avec nos vies.

Nfally Biaye a été tué de la manière la plus ignoble, barbare avec plusieurs coups de couteaux. La police, celle qui devait assurer la sécurité des personnes fut appelé par Nfally lui-même pour sécuriser sa vie aux mains d’un criminel, mais la police au lieu de prendre ses responsabilités l’a laissé mourir.

Qui se souciera de la vie d’immigré surtout d'un demandeur d’asile ?

Le 21 février 2016 à 0.35 selon les précisions de la police Nfally a été tue en voulant entrer dans sa chambre pour dormir au camp de Dorfen. Il ne pensait pas que la mort l’attendait, caché derrière la porte, le tueur l’attendait pour lui ôter la vie.

Nfally est mort sous les coups de couteau de son colocataire. Mais la police l’a tué parce qu’il pouvait l’aider quand il en avait besoin. Le Landratsamt de Dorfen a tué Nfally parce qu’ils savaient les antécédents du tueur. Le système d’asile a tué Nfally, parce qu’il fait cohabiter des personnes dans la même chambre sans se rendre compte des discriminations et assauts qui résultent des différences de nationalité, religion, culture et sexualité. On prétend de vouloir tout contrôler, mais n’arrive pas à protéger la liberté individuelle.

On commence aujourd’hui la grève de soif et comme vous jouez les aveugles et les sourds, vous pouvez faire comme vous avait fait avec Nfally. C’est de nous tuer sans que votre main y assiste.

À la mémoire de tous ces combattants et combattantes qui se sont battus pour la justice, la liberté et enfin pour l’humanité. À la mémoire de Nfally.

Räumung des Protest Camps und Baumbesetzung von 20 Aktivist*innen

4ter und 5ter November

Sendlinger Tor Platz, München

Update 4:00 Uhr, 5ter November

zeigt deutlich, wie die Polizei bei der Räumung der Baumbesetzung am Sendlinger Tor vorgeht. Ausgehend von einem Platou auf einer Feuerwehrleiter reißen die Einsatzkräfte (Sondereinsatzkommando, SEK) die Aktivist*innen von den Bäumen und schmeißen sie auf die Sprungkissen. Anschließend werden die Aktivist*innen in Krankenhäuser oder auf die Polizeistation gebracht.

Einer der Aktivisten erklärt: "Die Polizei sagt, wir haben uns selbst in die gefährliche Lage gebracht. Die eigentliche Gefahr ist es aber als geflüchtete Person in diesem Land zu leben."

   

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Update 2:00 Uhr

Unterstützende, die bei den Bäumen ausgeharrt haben, werden von USK-Einsatzkräften geräumt.

Die ersten Leitern werden an den Bäumen angebracht - die Räumung beginnt.

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Update 1:00 Uhr

Die Feuerwehr breitet unter den Bäumen sogenannte Sprungbretter aus.

, das die derzeitige Situation vor Ort zeigt.

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Update 0:00 Uhr, 5ter November

Fast 20 Personen befinden sich nun auf zwei Bäumen. Die Polizei umstellt beide Bäume mit Gittern. Umstehende Personen wurden gewaltsam vom Platz entfernt.

"Was würdet ihr tun, wenn ihr keine Rechte hättet? Zu hause sitzen? Wir würden auch gerne unser Leben leben. Aber wir sind keine Menschen in diesem System"

"Die Polizei behauptet, wir hätten uns in große Gefahr gebracht. Die wahre Gefahr ist es, hier als geflüchteter Mensch zu leben."

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Update 20:30 Uhr, 4ter November

15 Personen beteiligen sich inzwischen an der Baumbesetzung! Die Polizei kesselt die Aktivist*innen und hat angekündigt, dass sie innerhalb einer Stunde räumen wollen.

Den solidarischen Menschen sowie geflüchteten Aktivist*innen wird jegliche Art von Spontandemonstartion und Versammlung um die besetzten Bäume herum von der Polizei untersagt.

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Update 19:30 Uhr

Sieben Streikende sind nun an der Baumbesetzung für den Kamp um Bleiberecht beteiligt. Polizeibeamte stehen am Fuße der Bäume und beobachten die Streikenden. Unterstützer*innen sind in der Nähe und rufen Slogans, um Solidarität mit den Refugee Aktivist*innen zu zeigen. Die anderen Streikenden verlassen den Sendlinger Tor Platz und werden dabei von Polizeibeamten begleitet.

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Update 18:30 Uhr

Mittlerweile befinden sich sechs Hungerstreikende auf Bäumen beim Sendlinger Tor.

Ca. 65  Streikende beginnen nun, sich vom Protest Camp zu entfernen. Dies aus verschiedenen Gründen. Die Anzahl der Polizeikräfte ist so enorm, dass wir wissen, dass wir zu starke Gewalt von der Polizei erfahren würden, wenn wir am Protest Camp bleiben. Desweiteren wissen wir um die Kriminalisierung unseres Protestes. Wir möchten uns nicht weiter durch polizeiliche Räumungen und folgenden Gerichtsverfahren kriminalisieren lassen, sondern unsere Kraft nutzen, um wieder auf die Straße zu treten und für bedingungsloses Bleiberecht zu kämpfen. Mit den neuen Gesetzesverschärfungen kann die Auflösung einer Versammlung, welche oftmals mit der Aufnahme von Strafverfahren einhergeht, zu Ausweisungsverfahren für Menschen im Asylverfahren führen. Die hiermit einhergehende Vergrößerung der Abschiebungsbedrohung oder Verschlechterung der Aufenthaltstitel, von der alle Hungerstreikenden betroffen sind, steht im Widerspruch zur Forderung nach Bleiberecht.

Diese Forderung und der politische Einsatz für sie besteht jedoch weiterhin: BEDINGUNGSLOSES BLEIBERECHT!

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Update 17:50 Uhr

*Massive polizeiliche Bewachung*

In diesem Moment beginnt die Räumung unseres Protest Camps!

Um die 100 Polizeibeamt*innen sind derzeit vor Ort, um eine Räumung durchzuführen. Vier Streikende sind soeben am Sendlinger Tor, gegenüber des Protest Camps, auf Bäume geklettert. Die übrigen Streikenden befinden sich noch im Camp und sitzen zusammen.

 

Wir haben heute bei einer Pressekonferenz verkündet, dass wir ab dem morgigen Tag in den trockenen Hungerstreik treten werden.

Hier eine , auf welcher der für morgen geplante trockene Hungerstreik verkündet wurde.

 

Dies ist das Statement, welches wir zu diesem Anlass morgen früh veröffentlichen wollten. Hier in deutscher und französischer Sprache:

[Français ci-dessous]

Die Opfer dieses Asylsystems

Ich möchte heute gern die Geschichte eines Jugendlichen aus dem Senegal teilen. Dieser Jugendliche, Märtyrer, unser Bruder, unser Genosse, mein Cousin durch Blutsverwandtschaft. Ich möchte diese Geschichte teilen, weil die Behörden mit dem Leben dieses Jungen spielten und immer noch mit unseren Leben spielen.

Nfally Biaye wurde auf gemeinste Weise, barbarisch mit mehreren Messerstichen ermordet. Nfally selbst hat die Polizei gerufen, um sein Leben vor den Händen eines Kriminellen zu schützen, jene Polizei, die eigentlich zur Aufgabe hat, die Sicherheit von Personen sicherzustellen. Aber anstatt ihre Aufgaben zu erfüllen, ließ die Polizei ihn sterben.

Wen kümmert das Leben eines Migranten, vor allem das eines Asylsuchenden?

Am 21. Februar 2016 um 0:35 wollte Nfally, laut Polizei, in seinem Zimmer im Lager in Dorfen schlafen gehen. In diesem Moment dachte er nicht, dass der Tod auf ihn wartet. Der Mörder wartete hinter seiner Tür auf ihn, um ihn seines Lebens zu berauben.

Nfally starb unter den Messerstichen seines Zimmergenossen. Aber die Polizei ermordete ihn, weil sie ihm hätte helfen können als er dies benötigte. Das Landratsamt in Dorfen ermordete Nfally, weil sie von der Vorgeschichte des Mörders wussten. Das Asylsystem hat Nfally getötet, weil Personen im gleichen Zimmer zusammenleben müssen, ohne dass den Diskriminierungen und Angriffen Rechnung getragen wird, die aus der Unterscheidung von Nationalität, Religion, Kultur und Sexualität hervorgehen. Man tut so als wolle man alles kontrollieren, aber schafft es nicht die individuelle Freiheit zu schützen.

Heute beginnen wir einen Durstreik, und weil Ihr die Blinden und Tauben spielt, könnt Ihr es gleich so machen wie Ihr es mit Nfally gemacht habt. So könnt Ihr uns töten, ohne dass Ihr es mit Euren eigenen Händen tut.

In Erinnerung an alle Kämpfer und Kämpferinnen die für Gerechtigkeit, Freiheit, und Menschlichkeit kämpften. In Erinnerung an Nfally.

 

 

[français]

Les victimes de ce système d’asile

Je voudrais partager aujourd’hui l’histoire de ce jeune sénégalais, cet adolescent, ce Martyr, notre frère, camarade, cousin à moi par les liens du sang. Je voudrais partager cette histoire parce que les autorités ont joué avec la vie de ce jeune et continuent de jouer avec nos vies.

Nfally Biaye a été tué de la manière la plus ignoble, barbare avec plusieurs coups de couteaux. La police, celle qui devait assurer la sécurité des personnes fut appelé par Nfally lui-même pour sécuriser sa vie aux mains d’un criminel, mais la police au lieu de prendre ses responsabilités l’a laissé mourir.

Qui se souciera de la vie d’immigré surtout d'un demandeur d’asile ?

Le 21 février 2016 à 0.35 selon les précisions de la police Nfally a été tue en voulant entrer dans sa chambre pour dormir au camp de Dorfen. Il ne pensait pas que la mort l’attendait, caché derrière la porte, le tueur l’attendait pour lui ôter la vie.

Nfally est mort sous les coups de couteau de son colocataire. Mais la police l’a tué parce qu’il pouvait l’aider quand il en avait besoin. Le Landratsamt de Dorfen a tué Nfally parce qu’ils savaient les antécédents du tueur. Le système d’asile a tué Nfally, parce qu’il fait cohabiter des personnes dans la même chambre sans se rendre compte des discriminations et assauts qui résultent des différences de nationalité, religion, culture et sexualité. On prétend de vouloir tout contrôler, mais n’arrive pas à protéger la liberté individuelle.

On commence aujourd’hui la grève de soif et comme vous jouez les aveugles et les sourds, vous pouvez faire comme vous avait fait avec Nfally. C’est de nous tuer sans que votre main y assiste.

À la mémoire de tous ces combattants et combattantes qui se sont battus pour la justice, la liberté et enfin pour l’humanité. À la mémoire de Nfally.

85 hungerstreikende Geflüchtete am Sendlinger Tor Platz in München für Bleiberecht

München, 02. November 2016

Pressemitteilung: 85 hungerstreikende Geflüchtete am Sendlinger Tor Platz in München für Bleiberecht

„Der Kampf geht weiter. Gerade haben wir mit der dritten Phase unseres Protestes angefangen, welche bedeutet: Hungerstreik.“ (Quelle:  )

Seit dem 31. Oktober sind wir, 85 geflüchtete Menschen am Sendlinger Tor Platz in München in den Hunger Streik getreten. Bis auf Wasser nehmen wir keine Nahrung zu uns. Unser Protest-Camp befindet sich an selbigem Ort, an welchem wir uns auch am 07. September 2016 nach unserer Non-Citizens Konferenz für einen Monat niederließen. Am 08. Oktober 2016 ist unser Protestmarsch von diesem Platz aus Richtung Nürnberg losgezogen. All diese Proteste samt ihrer Demonstrationen hatten und haben das Ziel Bleiberecht zu erwirken!

„Heute ist der dritte Tag unseres Hungerstreiks, etwas wovor wir zögerten zu tun, aus Respekt vor der Religion, aus Respekt vor unserem Körper, aber auch aus Respekt vor dem Geschenk des Lebens, welches wir hier auf der Erde genießen konnten. Es ist kein Spiel, wie mich eine Journalistin fragte, es handelt sich um eine Frage von Leben oder Tod, und in jedem Falle haben wir kein Leben, und dieses Leben, unser Leben – wir haben nichts was kostbarer ist –  damit spielen die Autoritäten, sie lassen uns depressiv werden, psychatrisieren uns, alle krank von der Flucht, von der Schlaflosigkeit oder den stressbedingten Krisen.“ (Das Statement finden Sie in voller Länge  unter: )

Heute um 12:00 Uhr mittags musste der erste Notruf für einen Hungerstreikenden getätigt werden. Die Person wurde auf die Intensivstation gebracht.

Wir laden Sie ein, unter Angabe der Quelle, zu zitieren und das Bildmaterial (siehe unten) zu verwenden.

Bei Fragen oder Interviewanfragen kontaktieren Sie bitte:

01796099476 (deutsch)

017626679536 (deutsch, französisch, englisch)

015212935253 (englisch, deutsch)

 

Mit freundlichen Grüßen

Medien-Gruppe Refugee Struggle for Freedom

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Der Kampf geht weiter!

2ter November 2016, München

3ter Tag Hungerstreik am Sendlinger Tor

Am 31. Oktober 2016 geht der Kampf weiter, noch viel schöner. Gerade haben wir mit der dritten Phase unseres Protestes angefangen, welche bedeutet: Hungerstreik. Die erste Phase bestand darin, am Sendlinger Tor zu wohnen, um unsere Realitäten in den Lagern zu zeigen; schlafen, essen, fernsehen, auf die Toilette gehen, und alle zum Schweigen bringen, die behaupten, dass wir alles haben. Aber unsere Realität, unser Leben ist ein modernes Gefängnis, dies wollten wir zeigen. Aber wir wollten auch die Aufmerksamkeit auf die Politiker_innen lenken und auf die Autoritäten. Aber bedauerlicherweise kommt nichts von den Autoritäten zurück. Und da haben wir mit der zweiten Etappe angefangen, wir sind von München nach Nürnberg marschiert. Auf dem Weg haben wir mehr Menschen informiert, Flyer verteilt, waren im direkten Kontakt mit der Bevölkerung, aber auch und vor allem standen wir dem BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) gegenüber und seinen Bürokrat_innen, die vor ihren Kaffees und ihren Computern unsere Leben und unsere Hoffnungen von der Integration in eine Gesellschaft, deren Teil wir seit vielen Jahren sind, zerstören. Vom Moment an, als wir der Verfolgung, dem Krieg, der Korruption entflohen und das Unmögliche überquerten – nämlich das Meer, die Wüste und alle Gefahren, denen wir begegnet sind, um Sicherheit zu finden – mussten wir verstehen, dass die Realität leider eine andere ist.

Heute ist der dritte Tag unseres Hungerstreiks, etwas wovor wir zögerten zu tun, aus Respekt vor der Religion, aus Respekt vor unserem Körper, aber auch aus Respekt vor dem Geschenk des Lebens, welches wir hier auf der Erde genießen konnten. Es ist kein Spiel, wie mich eine Journalistin fragte, es handelt sich um eine Frage von Leben oder Tod, und in jedem Falle haben wir kein Leben, und dieses Leben, unser Leben – wir haben nichts was kostbarer ist –  damit spielen die Autoritäten, sie lassen uns depressiv werden, psychatrisieren uns, alle krank von der Flucht, von der Schlaflosigkeit oder den stressbedingten Krisen.

Ich frage mich, warum nicht ihnen unsere Leben anbieten und sie können darüber entscheiden, wie sie wollen.

Diese Situation kann nicht so bleiben wie sie ist, sie muss sich ändern und wir müssen das Notwendige tun, das getan werden muss, wenn es getan werden muss, weil wir nichts zu verlieren haben. Wirklich nichts, und wenn es tatsächlich nichts zu verlieren gibt, ist es eine Möglichkeit, die wir ergreifen müssen, also lasst uns sie nutzen.

Hunger Strike am Sendlinger Tor Platz, 31ter Oktober 2016

Heute kündigen wir wieder einen Hungerstreik mit 35 Personen am Sendlinger Tor an. Seit dem Abend sind wir 80 Personen.

Am 22. November 2014 haben wir genau an der gleichen Stelle einen Hungerstreik begonnen. Wir nahmen am Hungerstreik am Rindermarkt teil. Wir starteten am 12. März 2014 in Dingolfing einen trockenen Hungerstreik. Wir organisierten Info- und Protestzelte in verschiedenen Städten. Wir besetzten symbolisch am 4. Juli 2014 das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Wir haben am 17. Juli 2014 an der Besetzung des Fernsehturms in Berlin teilgenommen und am 21. Juli 2014 einen Hungerstreik am Brandenburger Tor gemacht. Auch besetzten wir, beginnend am 7. November 2016,  symbolisch den Sendlinger Tor Platz für ein Monat. Zuletzt starteten wir am 8. Oktober 2016 den Protestmarsch von München nach Nürnburg.

Die Geschichte unseres Protestes und unserer Kampagnen existieren nur, weil wir dieser Welt sagen wollen, dass "unser Leben wichtig ist". Wir sind Flüchtlinge, wir haben kein Recht in einer normalen Gesellschaft zu leben. Wir wurden gezwungen, unsere Herkunftsländer zu verlassen, wir wurden diskriminiert. Wir schreien, weinen und versuchen, der Welt zu sagen, was ist unser Fehler, warum wir in einer sehr niedrigeren Schicht der Menschheit sind? Wir sind Menschen! Was ist unsere Forderung, was ist unser Ziel? Kein Leben als Gefangene, kein Leben als Sklaven. Wo ist Gerechtigkeit, wo ist die Menschlichkeit der Menschen aus dem Westen, wo ist die Gleichheit zwischen Farben, Kultur, Religion und Sprache? In welchem ​​Jahrhundert leben wir und mit welchen Einschränkungen? Und wie lange müssen wir in diesen Einschränkungen sein, 6 Jahre, 8 Jahre? Indem wir Flüchtling sind, verschwenden wir die wichtigste Zeit unseres Lebens. Verschwenden sie jeden Tag, Monat und Jahr in allen Ländern. Diese Jahre destabilisieren unser Leben und wir können keine Bildung und Integration erfahren. Unser Leben hat keine Bedeutung mehr. In dieser Zeit fordern wir nichts, was nicht unser Recht ist. Wir fordern nur grundlegende Menschenrechte.
Wir wollen leben! Wie viele Menschen müssen wir darum bitten? Wie viele Menschen sollen wir anfragen, bis unser Leben eine Rolle spielt? Wer antwortet auf unsere Fragen und ist für unsere "Lebenssituation" verantwortlich?
Wir sterben bereits jeden Tag in unseren eingezäunten und beschränkten Leben. Also lasst uns vor der Welt im Hungerstreik sterben!!!

Weil wir Menschen sind und diese Welt gegen die Menschlichkeit ist!!!
Denn wir wollen ein normales Leben leben. Weil, wir wollen "BLEIBERECHT".

Wir sind in Nürnberg

Obwohl das Wetter nicht immer auf unserer Seite war, obwohl wir nicht immer positive Reaktionen bekamen, obwohl wir rassistische Beleidigungen erhielten, obwohl unsere Schuhe und Kleidung nicht für einen Protestmarsch geeignet waren, obwohl zahlreiche Pressemeldungen ausblieben, obwohl ... Doch, was notwendig für diesen Kampf war, davon hatten wir genug.                                                                          Geduld und Wut

Hier ein Ausschnitt aus unsere Demonstration

Unsere Freund*innen vom Internationalen Frauencafe sowie viele andere solidarische Menschen empfingen uns am Zeppelinplatz!

Mit unserer gestrigen Demonstration in den Abendstunden erreichten wir endlich Nürnberg. 

 

Videos Protest March & Sendlinger Tor

"No border, no nation", Protest March day 7

 

"Germany is a country where a lot of refugees go and search for support because we always thought that this country knows what human rights are."
Sendlinger Tor
(English subs)

 

"We will rise", Protest March day 7

Kilometer für Kilometer

17ter Oktober 2016, Parsberg - Neumarkt

10ter Tag Protest Marsch

[francais]

Rien que de marcher sur des routes, destinées normalement aux voitures, à des longueurs de kilometres donne, en quelque sorte, au groupe un sentiment de liberté qui y est palpable alors que celui-ci n'a pas encore atteint Nürnberg. N'oublions pas que la pluspart des gens qui sont dans ce Protestmarsch ont déjà beaucoup marché pour fuire la repression, terorisme, discrimination ect. Et cette fois nous marchons pour le respect de notre liberté et de nos droits humains.

[deutsch]

Kilometer für Kilometer nur auf den Straßen zu laufen, die eigentlich für Autos bestimmt sind, gibt uns ein besonderes spürbares Gefühl von Freiheit, ohne dass wir überhaupt Nürnberg erreicht haben. Lasst uns nicht vergessen, dass viele von uns, die auf dem Protestmarsch laufen, bereits Tausende von Kilometern hinter sich gelegt haben, um vor Repression, Terrorismus und Diskriminierung etc. zu flüchten. Und dieses Mal sind wir wieder auf der Straße für eine Anerkennung unserer Freiheit und unserer grundlegenden Menschenrechte.


 

 

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